1625 richtete eine große Sturmflut entsetzliche Verheerungen an. Die Fischerei und die Landwirtschaft nahmen großen Schaden.
1625 vereinte der Regierungsantritt Herzog Bogislaws XIV. Pommern wieder zu einem Land.
Im Jahre 1627 erreichte der 30-jährige Krieg Pommern. Herzog Bogislaw XIV. schloss mit Oberst von Arnim dem Kommandeur der Wallensteinischen
(kaiserlichen) Truppen die „Franzburger Kapitulation“. Die Kaiserlichen Truppen zogen im Dezember 1627 auch auf Usedom ein. Die Ausbeutung und
Unterdrückung durch sie sollte bis 1630 andauern. In diesen drei Jahren wurden sie von den unbarmherzigen Soldaten bedrängt und mit Einquartierungen und Verpflegung schwer belastet.
Mitte Februar 1628 traf Oberst Hebron. der Gesandte des Kaisers Ferdinand II., in Pommern ein, um zu erkunden, welche Mittel gegen die Landung
feindlicher Truppen zurVerfügung stünden. Auf Weisung des kaiserlichen Oberbefehlshabers Albrecht Wenzel Eusebius von Wallenstein ließ er bei Peenemünde und an der Westswine Schanzen aufwerfen.
Beim Bau der hohen, stark befestigten Peenemünder Schanze mussten die Dörfler harte Arbeit leisten. Am schmalen Ufer entstand die massive
Sternschanze aus Erdwällen. Von nun an beherrschte sie die Einfahrt des Peenestromes. Die Schanze wurde sogleich mit kaiserlichen Soldaten besetzt.
Weitere von Wallenstein errichtete Schanzen standen in Kröslin, an der Swine und der Dievenow.
Vor dem Einfall der Dänen erhielt der Kapitän Adam von Eickstädt am 23. Juli
den Befehl, von Wolgast aus die Peenemünder Schanze mit einer Kompanie pommerscher Soldaten zu besetzen.
Am 29.7.1628 erschien der Dänenkönig Christian IV. mit den beiden Prinzen Christian und Friedrich auf seinem Zug mit seiner Flotte vor Peenemünde,
besetzte und befestigte den Ruden, um die völlige Kontrolle über die Peene zu erhalten. Zur gleichen Zeit landeten die Dänen mit 22 Kompanien Infanterie und
6 Schwadronen Kavallerie zwischen Zinnowitz und Peenemünde. Durch Verrat erfuhren sie, dass der Herzog von Pommern beabsichtigte, die Peenemünder Schanze in die Hände der Kaiserlichen zu spielen.
Folgerichtig rückten die Dänen am 31. Juli in die Nähe der Peenemünder Schanze und machten am 1. August Anstalten, diese anzugreifen. Philipp Ludwig zu Putbus der am 29. Juli von Eickstädt ablöste, bat um Waffenruhe
und schickte seinen Fähnrich nach Wolgast. um weitere Befehle einzuholen. Danach gab er den Befehl, im Notfall dem Kaiserlichen Feldmarschall von
Armin die Schanze zu übergeben, aber die Geschütze mit nach Wolgast zu nehmen.
Bereits am Nachmittag des 2. August rückten die Dänen ein, nachdem Putbus mit fliegenden Fahnen die Schanze räumte. Christian der IV. rückte alsdann
weiter nach Wolgaster Fähre vor und nahm die Stadt Wolgast am 3.8.1628 ohne einen Schuss in Besitz, da sich die unzufriedenen Bürger und Söldner
nicht wehren wollten. Seine Soldaten erhielten freien Einzug in die Stadt; es gab kaum einen ernsthaften Versuch ihn abzuwehren.
In den folgenden 20 Tagen plünderten die dänischen Truppen den Nordwesten Usedoms, die Stadt Wolgast und das Herzogschloss von Wolgast aus.
Wallenstein warf am 22. August 1628 die Dänen aus Wolgast, die jedoch vorher auf der Insel fürchterlich gehaust hatten. Sie zogen sich vor den
Wallensteinischen Truppen zurück und verschifften ihre Beute in der Nähe der Peenemünder Schanze.
Wallenstein war über die allzu schnelle Übergabe Wolgast‘s sehr erbost und belegte die Stadt dafür mit starker kaiserlicher Besatzung. Zu Beginn des
Jahres 1629 waren in ganz Pommern 123 kaiserliche Kompanien untergebracht, die die Bewohner zu Diensten und Arbeiten heranzogen und versuchten, von ihnen Geld zu erpressen.
Die Steuern wurden stark angehoben und die täglichen Abgaben erhöht. Dadurch vergrößerte sich die allgemeine Not der Bevölkerung noch mehr. Die
Lage der Menschen in Pommern war schlecht; es herrschte Geldmangel. Hungersnot und großes Elend. Die Hungersnot war so groß. dass die Bauern
ihr Brotmehl mit Erde streckten. Und wer keinen Acker besaß, musste sich von Wurzeln, Baumrinden und Gras ernähren. Vermutlich aus diesen Gründen ging
Bogislav XIV. dann wohl auch das Bündnis mit den Schweden ein.
Im Frühjahr 1629 setzten sich die Kampfhandlungen zwischen den kaiserlichen und dänischen Truppen fort. Im Mai zwang Wallenstein den Dänenkönig zum Frieden.
Als die Wallensteinischen Truppen die Peenemünder Schanze wieder besetzten, wurde diese weiter ausgebaut. Die Bauarbeiten. die vielen
Holztransporte. Zugdienste und die Versorgung der Kaiserlichen mit Lebensmitteln waren wiederum die Aufgabe der Einheimischen.
Im Juni 1630 musste z. B. die Stadt Usedom wöchentlich 10 Ochsen in die
Peenemünder Schanze liefern. Gleichzeitig wurde ihr zugemutet, die in anderen Orten einquartierten Regimenter mit Geld abzufinden.