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    1870-1899
    Zu Beginn des Deutsch-französischen Krieges (1870-1871) erfolgte im Juli 1870 die Mobilmachung. Das Dorf Peenemünde selbst wurde mit 200 Mann besetzt und erhielt zum Schutz eine Kompanie Landwehrsoldaten, eine Batterie Artillerie und eine Abteilung des 5. Husaren-Regimentes.

    Die Peenemünder Schanze wurde einen kriegsbereiten Zustand versetzt; Kanonen wurden zur Schanze gefahren, dort auf den Schanzenwall gebracht und auf das Fahrwasser gerichtet. Durch das Entfernen aller Seezeichen und die Anlage von Sperren aus Balken und versenkten Fahrzeugen quer über die Peene wurde diese für den Feind unbefahrbar gemacht. Nach Beendigung des Krieges sind all diese Sicherheitsvorkehrungen wieder abgebaut worden.

    Am 21. August 1870 landeten die französische Einheiten vor Swinemünde an und zwischen Ahlbeck und Peenemünde wurde eine freiwillige Küstenwache eingerichtet. Bereits Mitte September zogen sich die Franzosen wieder zurück.

    Die Aufhebung des Kriegszustandes erfolgte am 27. März 1871 und durch den Frieden von Frankfurt am 10. Mai 1871 durchgesetzt. Während dieser kriegerischen Auseinandersetzungen brachte das kleine Fischerdorf Peenemünde für die Verpflegung der Truppen 113 Taler, 6 Groschen und 5 Pfennige und an Quartierkosten 431 Taler, 15 Groschen und 2 Pfennige auf. Für das Vaterland fiel der Musketier Johann Horn bei Dijon; verwundet wurden der Gefreite Peter Lüder bei Gravelotte und der Landwehrmann Johann Schulz vor Straßburg.

    Im Jahre 1871 schloss die Stadt Wolgast mit dem Händler Friedrich Schwenn aus Wolgast einen Pachtvertrag. Der Magistrat überließ ihm damit vom 1.4 .1871 bis 1886 die zu der Städtischen Peenemünder Besitzung gehörenden Torfmoore und das sogenannte “Große Moor“ zur gewerblichen Torfgewinnung. Am 16.1.1878 trat Schwenn diesen Vertrag an den Halbbauern Jacob Hamm und den Eigentümer Johann Krüger ab.

    Bis 1872 standen die Schulen unter dem Patronat der jeweiligen Kirche. Der preußische Staat verabschiedete sodann das Schulaufsichtsgesetz, welches die Schulaufsicht verstaatlichte.

    Der neue Pastor in Kröslin, Friedrich Ferdinand Eichmann. wurde am 28. Januar 1872 in sein Amt eingeführt und blieb für die nächsten 30 Jahre Pastor des Kirchspiels.

    Am 12. November brachte eine schwere Sturmflut großes Leid über die Bewohner der Dörfer entlang der Peene und der Ostsee. Ein anhaltender Südwestwind drehte sich nach Nordost und trieb die Wassermassen an die Küste, die alles fortrissen und nur wenige massive Gebäude verschonten. In Peenemünde stieg das Wasser auf 8 Fuß (2,40 m) über den mittleren Stand. Bereits am frühen Abend mussten die Einwohner ihre Wohnungen räumen und das Vieh aus den Ställen bergen. Bald stand das ganze Dorf unter Wasser, so dass Mensch und Vieh nur noch in der höher gelegenen Försterei und im Schulhaus Schulz fanden. Bei dieser Sturmflut ging viel Vieh verloren, Wirtschaftsgegenstände und Fischereigerätschaften wurden vernichtet, Wiesen und Äcker mit hohem Schlamm bedeckt. Die Brücken Fußsteiges zur Schanze wurden ebenfalls sehr stark beschädigt. Eine staatlich eingeleitete Sammlung für die notleidende Bevölkerung brachte 9.400 Taler Erlös, von dem in Peenemünde 5.730 Taler an den Ort und an die Geschädigten ausgezahlt wurden. Das ganze Peenemünder Forstrevier stand unter Wasser. Eine große Anzahl Bäume war umgestürzt und durch den angespülten Schlamm ganze Flächen des Waldes verdorben. In der Folge starb auf weiten Flächen der Baumbestand ab. so dass über 12.000 Festmeter Holz gefällt werden mussten. Das Stock- und Reiserholz wurde zu Kohlen eingeschwelt, um so das zugrunde gegangene Holz aufzuarbeiten. Die Aufräumarbeiten dauerten bis 1877 an, wobei die wiederhergestellten Flächen, Wiesen und Weiden, bei einer erneuten großen Sturmflut am 9. Februar 1874 wiederum stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

    Der Pommersche Staat beruhte in seinen Gesetzen auf einer Feudalverfassung. Nach der Kreisordnung, die am 1. Januar 1874 eingeführt wurde, teilte sich die Insel im 13 Amtsbereiche, wobei Peenemünde einen eigenen Amtsbereich bildete und einen Amtsvorsteher benennen musste.

    Am 1. November 1874 wurde der Ansageposten auf dem Ruden aufgehoben und ein Zollansageposten für das Hauptzollamt Wolgast auf der Peenemünder Schanze eingerichtet, welcher der zollamtlichen Vorabfertigung der ein- und auslaufenden Fahrzeuge auf dem Peenestrom diente.

    Da es bei Sturm und Eisgang sehr beschwerlich für die Peenemünder war, die Verstorbenen nach Kröslin zu bringen, erhielt die Peenemünde im Jahre 1874 die Berechtigung, für die Mitglieder der Gemeinde eine Begräbnisstätte anzulegen und eine kleine Kapelle zu erbauen. Das Land um den alten Soldatenkirchhof, welcher zur Schanze gehörte, wurde zu diesem Zweck angekauft und mit einer festen Steinmauer umgeben. Er lag auf der höchsten Stelle der gesamten Gemarkung Peenemünde, wohin auch bei der höchsten Flut das Wasser nicht vordrang. Die heute noch erhaltene Kapelle aus Backsteinfachwerk wurde 1876 als Friedhofskapelle nach Plänen von Friedrich Kräger erbaut.

    Das aus einem geräumigen Wohnhaus, einer Scheune, einem Stall und einem großem Hausgarten bestehende städtische Förstereigehöft wurde im Wolgaster Anzeiger‘ vom 27. Februar 1875 öffentlich zum Verkauf angeboten. Es befand sich zu dieser Zeit in der Mitte des Dorfes auf einer Anhöhe und stand anscheinend zu weit von den Waldungen entfernt.

    Per Gesetz vom 14. August 1876 “betreffend der Verwaltung der den Gemeinden und öffentlichen Anstalten gehörigen Holzungen“ wurde ein Hauptrevier Peenemünde-Forst mit dem Bestandteil Peenemünde-Gut gebildet.

    Im Juni 1879 übernahm der Müllermeister Friedrich Hahn aus Medow im Kreis Anklam das Mühlenwesen in Peenemünde für eine Pacht von 12.000 Mark. Bereits im Herbst desselben Jahres wurde die Mühle von einem Blitz getroffen, geriet aber glücklicherweise nicht in Brand. Im Jahre 1899 vernichtete durch Blitzschlag eine schwere Feuerbrunst das gesamte Anwesen und wurde durch Hahn erneut aufgebaut.

    1880 vollendete sich der Bau des “Kaiserkanals entlang der Swine. Der Peenestrom war bis dahin Hauptschifffahrtsweg zur Oder und ins Binnenland. Die nachlassende Bedeutung der Peene als Schifffahrts- und Handelsweg Preußen führte dazu, dass die Peenemünder Lotsen sich einen Nebenerwerb suchen mussten und auch die Zollstation Peenemünde verkleinert wurde.

    1880 fand in Peenemünde die Grundsteinlegung zum Bau einer neuen Schule statt. Sie entstand anstelle der alten Schule und enthielt 2 Schulstuben für fast 100 Schulkinder, sowie zwei Lehrerwohnungen. Als 1. Lehrer wurde am 1.11.1881 Friedrich Holz angestellt und eine 2. Lehrerstelle eingerichtet, deren Inhaber aber durch zu geringe Besoldung häufiger wechselten.

    Am 6. Juli des Jahres 1880 fand in Wolgast eine Verhandlung zwischen der Pfarrei Kröslin, vertreten durch Pastor Eichmann und dem Hofbesitzer Lüthke aus Kröslin, und Vertretern der Stadt Wolgast statt. Ergebnis war die Beendigung der Verpflichtung der Stadt zur Holzlieferung aus der Peenemünder Heide an die Pfarrei Kröslin, wofür Wolgast allerdings noch eine Ablösesumme von 1.750 Mark zu zahlen hatte.

    Eine gewaltige Sturmflut verwüstete am 5. Dezember 1883 zahlreiche Gebäude des Dorfes und mehrere Äcker und Wiesen der Bauern.

    Im Sommer 1885. am 3. Juli, gründete sich in Peenemünde ein Kriegerverein. Ziel dieses des Kriegervereins war es, die Liebe und Treue für Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland bei seinen Mitgliedern zu pflegen und zu stärken. Aufnahme fand jeder männliche Einwohner, der im stehenden Heere oder der Marine gedient hatte und mindestens 1 Jahr Soldat für das Vaterland gewesen war. Die Fahnenweihe des Kriegervereines fand am 4. Juli 1886 statt. Vor den geladenen Gästen aus Wolgast und Kröslin hielt der Gründer des Peenemünder Kriegervereins Förster Mittag die ergreifende Festrede. Die geweihte Fahne trug die Aufschrift: “Des Vaterlandes Kraft und Ehr, sie liegen in der Landes Ehr.“

    1886 siedelte der Bootsbauer Carl Olthoff von Zinnowitz nach Peenemünde über und betrieb in einer kleinen Werft die Anfertigung und Reparatur von Booten. Vormals wurden die Boote der hier ansässigen Fischer auf einer kleinen Schiffbauanlage in Hollendorf angefertigt.

    Friedrich Mollenschott legte 1890 in Peenemünde eine kleine Werft an, mit der er lange Jahre guten Erfolg hatte, da sich für seine Boote viele Abnehmer fanden.

    Im August 1886 wurde ein Termin mit drei möglichen Bewerbern für das zu verpachtende Vorwerk Peenemünde abgehalten. Der Wirtschaftsinspektor Jahnke aus Katzow bot 3.300 Mark, der Rentier Albrecht zu Stralsund 3.320 Mark und der Wirtschaftsinspektor Bentzien aus Nonnendorf 3.310 Mark jährliche Pacht. Unter 3.600 Mark wollte die Stadt Wolgast das Vorwerk aber nicht verpachten. Jahnke wollte nicht mehr geben und von den beiden anderen erhielt Bentzien den Zuschlag.

    Während eines heftigen Nordsturmes strandete im Oktober 1887 bei hohem Wasser auf einer Wiese der Peenemünde Schanze der Küstenschoner “Hermann und Maria“ des Schiffers H. Runk aus Greifswald. Am 1. Februar 1888 wurde der Schoner in den Hafen geschleppt und dort repariert.

    Ansicht des Peenemünder Hafens (Historische Ansichtskarte)

    Vom 16. Mai des Jahres 1889 an gab es eine Postagentur Karlshagen, welche ihre Postverbindung durch Botenposten zweimal täglich von bzw. nach Bannemin erhielt und zu deren Zustellbezirk die Ortschaften Peenemünde, Peenemünde-Schanze, Peenemünde-Vorwerk und Gaatz zugewiesen waren.

    Ein teilweiser Neubau der Schule verursachte 1889 enorme Kosten, da dafür ca. 144 m2 Holz, 172 m2 Feldsteine, 23 m2 Lehm und 150 Fuhren Sand angefahren werden mussten. Am Montag, dem 14. Oktober 1889. fand die Einweihung der neuen Schule statt, an der auch der Landrat Graf von Schwerin teilnahm und dem Schulvorstand in einer feierlichen Rede ein Bildnis des Kaisers Wilhelm 1. überreichte.

    Das Peenemünder Sommerfest des Kriegervereins fand am 11. Juni 1890 auf dem Festplatz, den sogenannten “Eichhorst“ statt. Die Wolgaster Kapelle unter Herrn Breitenfeld spielte zum Tanz auf und unterhielt die Mitglieder des Vereins und ihre Familien, sowie die zahlreichen Gäste aus Wolgast und den umliegenden Ortschaften.

    Die Umpfarrung der Peenemünder Schanze, welche bis dahin zum Krumminer Kirchspiel rechnete, nach Kröslin wurde 1891 genehmigt. Dorthin gehörten ebenfalls die auf Peenemünder Grund und Boden gebauten Villen des Badeortes Karlshagen.

    Bei einem Rezess der Königlichen Generalkommission am 13. April 1891 wurde die Teilung der bis dahin gemeinschaftlichen Weide- und Wiesenflächen der kleinen Instleute sowie eines Wiesenstückes der alten Büdner zu Peenemünde bestätigt. So gelangte die Regulierung der gutsherrlichen bäuerlichen Verhältnisse zu Peenemünde entgültig zum Abschluss.

    1892 betrug die Holznutzung 1.858 Festmeter in der Haupt- und der übrigen Nutzung. Das Vorwerk Gaatz umfasste ein Areal von ca. 266 Hektar erbrachte für die Stadt Wolgast jährlich 1.800 Mark Pacht. Außerdem hatte die Stadt noch verschiedene Acker- und Wiesenflächen, teils vom Vorwerk Peenemünde , teils von den Dienstländereien des Försters abgenommen und besonders verpachtet.

    Am Sonnabend, dem 30. Januar 1892 feierte der Kriegerverein in Saal des Gastwirtes Krüger den Kaisergeburtstag. Die Feier bestand aus einer Aufführung von Theaterstücken, mehreren Gesangsvorträgen und einem abendlichen Ball.

    Ein Wintervergnügen des Peenemünder Männergesangsvereins fand am 5. März 1892 statt.

    Der Förster August Mahnke auf der Peenemünder Scheide verstarb am 24. April 1893 nach nahezu 25 geleisteten Dienstjahren. Der Wolgaster Magistrat beabsichtigte danach, die sehr ungünstig für das Revier gelegene Försterstelle in Peenemünde eingehen zu lassen und die Försterei nebst Gebäuden für einen Preis von etwa 15.000 Mark zu verkaufen.

    Der Förster Albert Mittag sollte auf die Scheide versetzt und für dessen Nachfolger ein neues Forsthaus im Revier erbaut werden.

    Mittag. verblieb in Peenemünde und die Stelle des Försters auf der Scheide wurde am 1.10.1893 mit dem Reserve-Oberjäger des Pommerschen Jäger-Bataillons Gustav Ernst Ludwig Schmidt besetzt.

    Der Bau eines Wohnhauses, eines Wirtschaftsgebäudes und eines Abortes für die Försterei Peenemünde wurde am 27. Januar 1894 im “Wolgaster Anzeiger“ öffentlich ausgeschrieben.

    Bei einem Gewitter am 28. Juni 1893 schlug der Blitz in eine Scheune auf dem Vorwerk Müggenhof ein, so dass diese und ein unweit stehender Stall innerhalb kurzer Zeit niederbrannten. Eine Scheune mit Pferdestall und ein massiver Schweinestall wurden ca. 1895 wieder aufgebaut.

    Im Juli 1895 wurde der Lehrer Friedrich Holz zum Hauptlehrer in Peenemünde ernannt, nachdem er bereits 14 Jahre als 1. Lehrer unterrichtet hatte. Sein 25 -jähriges Jubiläum als Lehrer in Peenemünde feierte er am 1. Januar 1896 und empfing an diesem Tage die Glückwünsche aller Einwohnern und Schulkinder des Dorfes.

    Ende September 1895 stieß der Hofbesitzer Behm beim Pflügen seines Ackers auf einen harten Gegenstand. Bei dem Fund handelte es sich um ein altes Schwert, möglicherweise aus der Zeit der Landung des Schwedenkönigs 1630. Die Waffe von einer Länge von 98 Zentimeter war ziemlich gut erhalten. Auf dem Handkorb aus Messing befand sich auf der Vorderseite ein ca. 10 cm großer Adler mit einer Krone darüber, welche im wuchtigen Degenknopf endete. Am Fuß der Krone waren die vier Buchstaben A. J. R. 5. eingraviert. Das Fundstück wurde vermutlich einem Museum übergeben.

    Ein Blitzschlag traf das Wohnhaus auf dem Grundstück Forsthaus Scheide am 28. Mai 1896 gegen % 4 Uhr und ließ es vollständig niederbrennen. Förster Schmidt konnte nichts von seinem persönlichen Eigentum retten und fand mit seiner Familie vorübergehende Unterkunft bei einem Karlshagener Fischer. Bereits im Juni desselben Jahres wurde mit dem Baugewerksmeister Heinrichs ein Vertrag zum Neuaufbau des Forsthauses abgeschlossen.

    In früherer Zeit fielen die Winter kälter aus, so dass ein Großteil des Handels und Verkehrs über die zugefrorene Peene abgewickelt werden konnte. Allerdings barg dies auch Risiken für diejenigen, welche so Zeit und Wege sparen wollten. So brach z. B. der Torfmoorpächter Krüger im Februar 1897 mit einem beladenen und mit zwei Pferden bespannten Schlitten auf dem Weg nach Kröslin in die gefrorene Peene ein. Ein zufällig vorbeikommender Arbeiter leistete ihm schnelle Hilfe und rettete auch die schon fast erstarrten Pferde aus dem Wasser.

    Aus Anlass des 100-jährigen Geburtstages seiner Majestät des Kaisers fand am 22. März 1897 ein Festgottesdienst der Kriegervereine Kröslin, Freest und Peenemünde statt, an dem auch sämtliche Schüler des Kirchspiels teilnahmen.

    Am 1. April 1897 nahm Herr Henze aus Unter-Bredow die 2. Lehrerstelle in Peenemünde an, da sein Vorgänger Wilkum im Januar als Lehrer an die Schule der Deutschen Botschaft in Chile bestellt worden war.

    Ab Trinitatis 1898 (Sonntag nach Pfingsten) war die Holländerei Gaatz mit sämtlichen Zubehör an Gebäuden, Gärten, Äckern, Wiesen, Weiden, Rohrwerbung und Fischerei in der Piese an den Pächter Karl Kaliwe für 15 Jahre verpachtet worden. Er hatte mit seinem Gebot von 1.600 Mark seine Mitbewerber aus dem Rennen geschlagen.

    Während des Jahres 1899 entstand durch einen gewaltigen Blitzschlag eine große Feuerbrunst, die alles Hab und Gut des Mühlenbesitzers Hahn in Peenemünde vernichtete. Trotz des schweren Rückschlags begann er mit einem Neuaufbau der zerstörten Gebäude.

    Der Kriegerverein feierte cm 6. August 1899 bei schönstem Wetter das alljährliche Sommerfest in seinem Vereinslokal bei Herrn Krüger. Unter den Klängen der Wolgaster Stadtkapelle marschierten die Vereinsmitglieder durch das Dort und machten unter der großen Kaisereiche Halt. Viele Gäste aus Karlshagen und Kröslin besuchten das Fest, auf dem Schieß- und Würfelbuden für Unterhaltung sorgten und wo es im Festzeit für jeden einen kühlen Trunk gab. Der Abend endete mit einem Ball im Vereinslokal.

    Im Juli 1898 verstarb der Stadtförster Albert Mittag Gründer des Peenemünder Kriegervereines. Die Försterstelle in Peenemünde wurde am 1. Oktober 1899 vom Magistrat zunächst probeweise mit dem Vizefeldwebel Paul Bruno Schönherr vom Lauenburgischen Jägerbataillon Nr.9 besetzt.

    Das Fest der Goldenen Hochzeit feierten am 14. Oktober 1899 der Leuchtturmwärter a. D. Albert Rathsack und dessen Ehefrau Lucie. Sie erhielten ein Allerhöchstes Gnadengeschenk von 30 Mark und vom Gemeindekirchenrat eine Bibel als Präsent. Am Vormittag überbrachte der Vorstand des Kriegervereins, dessen Vorsitzender Rathsack ist, die Glückwünsche des Vereins.

    Ende Oktober 1899 errichtete die Gemeinde Peenemünde einen Gedenkstein für den, am 20. März 1899 beim Untergang des schwedischen Schoners “Juno“, verunglückten Schiffer, der auf dem hiesigen Friedhof seine letzte Ruhe fand. Der Stein trägt die Inschrift:

    “Hier ruht in Gott Karl Paulsen, 16 Jahre alt, gebürtig aus Helsingborg in Schweden, gehörig zu der Besatzung des schwedischen Schoners, welcher in der Nacht vom 20. zum 21. März 1899 in der Nähe des Peenemünder Hakens gestrandet ist.“

    Diese Gedenksteinsetzung wurde in der damaligen Presse als “rühmenswerter Akt der Pietät“ gewürdigt.

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