Beriffserklärung zur Peenemünder Chronik auf www.peenemuende.info - Die ersten offiziellen Informationsseiten von Peenemünde

    Begriffserklärung
    Abbauten
    abseits liegende Dorfteile

    Adjunkt
    Dienstgehilfe, Amtsgehilfe

    Administrator
    Verwalter

    Accise
    Tor- oder Marktsteuer, Nach- oder Übersteuer (accisbar oder accisfrei)

    Akzise
    Steuer auf alkoholische Getränke und Nahrungsmittel

    Agent
    Geschäftsvermittler, Vertreter

    Akkordieren
    vereinbaren

    Allmende
    Teil der Gemeindeflur, zur gemeinschaftlichen Nutzung

    Allod
    altdeutsch für: freies Gut, lehnzinsfrei

    Allodium
    Allodialgut

    Altar
    Tisch des Herrn im christlichen Glauben

    Arrhendator
    Pächter oder Mieter von (wohlfeil verpachteten) Krongütern

    Arrhende
    auch Arrende (lat.-poln.-russ.) Pachtvertrag über die Nutzung einer Sache gegen Zinsen (besonders im zaristischen Russland)

    Assessor
    Anwärter auf den höheren Staatsdienst

    Backstein
    im Brand gehärtete Ziegel

    Büdner
    Besitzer einer Bude, seit Mitte des 18. Jh. als Fünftelbauer gerechnet (Büdnerstelle = Kleinbauernstelle)

    Bede
    niederdeutsch: Bitte, eine Abgabe, die früher die Landesherren erhoben (Steuerart)

    Bollwerk
    Anlage- und Liegeplatz für Schiffe in oder vor einem Hafen zum Löschen und Laden, aus eingerammten Pfählen hergestellt, die untereinander mit Bohlen und Planken verbunden sind

    Bonität
    Güte, innerer Wert

    Chor
    Kirche: meist erhöhter und in der Regel östlich gelegener Abschluss des Kirchenraumes

    Cridarin
    Kridar: Gemeinschuldner

    cr.
    Abk. für currentis = veraltet für laufend (Monat oder Jahr)

    Dedication
    Einweihung, Kirchweihe

    Domäne
    (lat.-franz.) landesfürstliches Kammer- oder Krongut = Dominalgut (Staatsgut, Staatsbesitz)

    Domänen - Amt
    Wirtschaftsamt auf Domänengütern

    Dominalbauer
    auf Staatsgut sitzender Bauer

    Donation
    Schenkung

    Dotation
    Ausstattung, Heiratsgut, Schenkung von Gütern an hochverdiente Männer (Ehrengabe)

    Dorfgemeinde
    Mitglieder einer Dorfgemeinde waren gemeinsame Eigentümer des Grund und Bodens, der an die einzelnen Bearbeiter (anfangs Groß- später Kleinfamilien) zur Nutzung aufgeteilt wurde. Jagd- und Weideland sowie gegebenenfalls die Fischgründe verblieben der gemeinsamen Nutzung.

    Einfriedung
    Hecke, Mauer oder ähnliches, die etwas umgibt

    Einlieger
    Brockhaus: Angehörige einer besonderen Gruppe von Dorfbewohnern, die sogenannte unterbäuerliche Schicht, ohne eigenes Haus und Grundbesitz. Die Einlieger wohnen bei einem Vollbauern zur Miete, sind Dorfhandwerker oder Landarbeiter. Solange die dt. Dörfer Realgemeinschaften waren (nachweisbar bis ins 18. Jh.) hatten die Einlieger keine politischen Rechte in ihrer Wohngemeinde Brockhaus: Hintersassen, Vogtleute, Zinsleute, Gotteshausleute, Kossäten, Grundholden - Bez. für Bauern im MA und Neuzeit bis ins 19. Jh., die von einem Grundherren dinglich abhängig waren. (keine oder geringe Nutzungsrechte an Gemeindegütern)

    Meyer: Büdner, Kätner, Kossatt, Häusler, Heuerling, Brinksitzer - aus dem Feudalismus stammende regional unterschiedliche Bez. für Besitzer kleinster Anwesen (z. B. Katen), die ohne Grund und Boden oder nur mit kleinsten Parzellenbesitz als Teil der Dorfarmut in halbfeudalen Arbeitsverhältnissen (z. B. als Tagelöhner oder Landarbeiter) von Junkern oder Großbauern ausgebeutet wurden.

    Erbpacht
    erbliches Recht, ein Grundstück wirtschaftlich zu nutzen. Der Eigentümer überließ gegen jährlichen Zins (Erbpachtzins) dem Pächter ein Gut, welcher nur ein Nutzungsrecht am Gut erwarb.

    Fahnenjunker
    zum Offizier ausgebildeter Edelmann, dem das Tragen der Fahne anvertraut wurde

    Feuren
    auch Fähren = Kiefern

    Fiskus
    Rechtsanwalt der landesherrlichen Einkünfte; der Eintreiber der Kasse

    Fuder
    Wagenmaß, Hohlmaß für Wein

    Furt
    seichte Stelle des Flusses, die das Überqueren gestattet

    Gebind
    zusammenhängende Reihe von Dachziegeln

    Gerechtsame
    veraltet für Vorrecht, Recht

    Gleichschaltung
    Zwangsmaßnahme während der nationalsozialistischen Machtergreifung, um Vereine und Parteien zu einer einheitlichen Denkweise zu zwingen

    Göpel
    von Menschen oder Tieren bewegte Drehvorrichtung zum Antrieb von Maschinen

    Hakenhufe
    auch wendische Hufe (mit dem Hakenpflug bearbeitet, rund 15 Morgen)

    Hand- und Spanndienste
    Arbeitsleistung, die auf gutsherrliche Rechte zurückgeht, zur Ortverschönerung, Gefahrenabwendung, zur Straßen - und Wegeunterhaltung , an der sich jeder mit geeignetem Handwerkszeug oder durch Bereitstellung eines Transportfahrzeuges beteiligen musste

    Häusler
    Tagelöhner mit Parzellenbesitz (Haus und Garten)

    Heidereuter
    Förster, Landreiter

    Heringsfischerei
    Große Heringsfischerei: Fang mit Treibnetzen auf hoher See, verbunden mit der Salzung der gefangenen Fische, alles andere wurde als kleine Heringsfischerei bezeichnet.

    Heringsfleet
    ganze Treibnetzausrüstung eines auf Heringsfischerei gehenden Schiffes mit allem Zubehör

    Heringsgarn
    ein Netz, das seewärts ausgefahren und dann vom Lande her eingeholt wird (Siehe Strandgarn)

    Heringsreuse
    an der Küste im Grunde befestigtes aufrechtstehendes Netz. Die Fische geraten durch das Leitgarn in die Fangkammer (auch Bundgarn, Bunge, Bunggarn)

    Hofwehr
    eisernes Hofinventar, dem Eigentümer (Grundherrn) gehörig

    Holländer
    Besitzer einer Windmühle mit steinernem (holländ.) Unterbau, meist verbunden mit Milchwirtschaft (Milch und Käse). Die Bezeichnung Holländer stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert, wo Holländer, die mit der Milchwirtschaft vertraut waren, sich in Norddeutschland ansiedelten und gewisse Vorrechte erhielten. Holländer oder Schweizer waren auch später noch Pächter oder Leiter einer Molkerei.

    Hufe
    Im Mittelalter Sammelbegriff für die zum Lebensunterhalt notwendige Hofstätte der bäuerlichen Familien mit Ackerland und Nutzungsrecht an der Allmende (durchschnittlich 7-10 Hektar)

    Hufner
    Besitzer einer Hufe

    Infanterie
    Fußtruppen (weiterhin: Kavallerie - Reitertruppe; Regiment - Truppenverband aus mehreren Bataillonen derselben Waffengattung;

    Bataillon
    Truppenteil eines Regiments oder einer Brigade, auch selbständige Einheit einer Division; Brigade - kleinster Großverband aller Truppengattungen, der selbständig Kampfaufträge ausführen kann;

    Division
    militärischer Großverband)

    Instleute
    Inste oder Instmann (ndt. Insassen); Landarbeiter, die einschließlich der
    Ehefrauen und Kinder gegen Entlohnung in Form von Natural- und Geldlohn, bei freier Wohnung und Landnutzung arbeiteten (meist nur 1 Jahr)

    item
    veraltet für ebenso, desgleichen; Abkürzung: it

    Jagen
    Jagenforstliche Wirtschaftsfläche, forstlicher Jagdbezirk

    Johannis
    Johannestag, 24. Juni

    Jüngling
    junges Tier, auch saugendes Jungtier

    Kämmereidorf
    Dorf im Besitz einer Stadtverwaltung

    Karfunkel
    Karbunkel (Verschmelzung mehrerer Furunkel zu einem Eiterherd)

    Kate
    ärmliches kleines Haus

    Kavel
    holländisch: Teil, Anteil

    Kaveling
    kleine Menge zu versteigernder Waren

    Konfirmation
    Aufnahme Jugendlicher als aktive Mitglieder in die Gemeinde und Zulassung zum Abendmahl, meist Palmsonntag (vor Ostern), mit 13 - 14 Jahren, unter Handauflegung und Gebet (Einsegnung)

    Konzession
    amtl. Genehmigung; konzessionieren: eine Konzession erteilen

    Kossatt; Kossäte
    niederdt. für Kleinbauer und Tagelöhner, eigentlich "Kotsassen", Kleinbauern, die ein Haus und etwas Feld dazu (Kot oder Kote = Kate) haben, Häussler (Handb. hist. Stätt: Besitzer einer Kate, Viertelbauer)

    Kurfürst
    Im Deutschen Reich gab es die 7 Fürsten, die das Recht hatten, den König zu wählen. Seit 17. Jh. gab es die 8. Königswürde (die Pfälzische)

    Kurant
    ursprünglich alles tatsächlich umlaufende Münzgeld, seit dem 17. Jh. Edelmetallgeld, später allgemein für Münzen

    Küster
    abgeleitet von: Hüter des Kirchenschatzes, Kirchendiener

    Lehmstaken
    in Holzformen gepresster und getrockneter Lehm zum Ausfüllen der Holzverkleidung bei Fachwerkbauten

    Lore
    offener, kippbarer Wagen zum Transport

    Lizent
    Warensteuer, die von allen seewärts ein- und auslaufenden Schiffen zu entrichten war (auch Licent)

    Liquidation
    Abwicklung der Geschäfte eines aufgelösten kapitalistischen Unternehmens

    Meierei
    veraltet für Molkerei; Pachtgut

    Michaelis
    Michaelistag, 29. September

    Obrist
    veraltet für Oberst

    Observanz
    Beobachtung

    Patronat
    Das Patronat der Kirche erlaubt es, den Pfarrer zu bestimmen, aber auch Pflicht zum Schutz und zur Instandhaltung der Kirche (Würde, Recht, Pflicht eines Schutzherrn)

    p. p.
    perge perge = usw.

    perpetueller
    (z.B. Vertrag) beständig, fortwährend

    Pertinenz
    Zugehörigkeit, zugehörige Grundstücke

    Physikus
    alt für Stadt- und Kreisarzt

    Pommersch. Curant
    siehe Kurant

    Prästandum
    Gebühr, Pflichtleistung

    Prästation
    Leistung, Lieferung, Abtragung, Gewährleistung

    Prahm
    plattbodiges, flaches, breites, meist offenes Fahrzeug aus Holz oder Eisen ohne Eigenbewegung, also aufs Schleppen angewiesen

    Pricken
    feste Seezeichen am Rande eines Fahrwassers auf den Watten in Grund gesteckt. meist junge Baumstämme, denen oben Zweige belassen sind

    Rauchhuhn
    Abgabe für jede Feuerstelle

    Reducible
    zurückgeführtes Gut

    Reduktion
    Zurückführung, Umwandlung

    Reichsnährstand
    Am 13.09.1933 errichtete Körperschaft, der alle in der Ernährungswirtschaft tätigen Personen/Betriebe unterstellt wurden.

    Reichstaler
    1720 = 48 Lübische Schllinge

    Rente
    Ertrag, Einkommen, Einnahmen, als Nutzung von Grundstücken, Kapitalien, Rechten usw. bezieht

    Rentengut
    Bauernwirtschaften, deren Eigentümer eine feste Geldrente zahlen mussten (siehe unten

    Rentengut
    Umwandlung z. B. eines großen Gutes in mehrere Rentengüter. Als Anzahlung galt ein 1/4 des Kaufpreises. Der Rest des Kaufgeldes wurde dem Käufer vom preußischen Staat unkündbar geliehen. Der Käufer hatte jährlich 4 % zurückzuzahlen, so dass das Rentengut nach 60 1/2 Jahren schuldenfrei war. Rentengutsbesitzer war unbeschränkter Herr auf dem Rentengut, er durfte es aber, solange er Rente darauf hatte, nicht parzellieren. Nach 10 Jahren war Ablösung der Rente möglich. Pfarr- und Küstereiabgaben musste der Verkäufer für sein Geld ablösen, sie waren also danach frei.

    Rentier
     von seinen Zinsen oder Staatsrenten Lebender (Rentner)

    Reuse
    fest aufgestellte Fangvorrichtung, in welche die Fische gewöhnlich durch einen oder mehrere Eingänge hinein und schließlich in die letzte Fangkammer geraten Weidenrutenkorb für Aal- und Neunaugenfang Heringszäune, H. -reusen oder Bundgarne  ringa und rusa (mdn.) = Rohrgeflecht

    Rezeß
    schriftlicher Verhandlungsbeschluss, Auseinandersetzung, Vergleich, Vertrag

    Rentierer
    auch Rentmeister = Einnehmer der Staatseinkünfte

    Ritter
    Standesbezeichnung (aus dem Mittelhochdeutschen: ritter)

    Rittergut
    vom Landesherrn gegen die Verpflichtung zu Kriegsdiensten übertragene Gutsherrschaft

    Rogate
    5. Sonntag nach Ostern

    Schaar
    in Neuvorpommern: Seegebiet vom Strand soweit seewärts, wie ein Mann waten kann

    Schanze
    als Verteidigungsanlage aufgeworfener Erdwall

    Schleifen
    bei Festungsanlagen: dem Boden gleich machen, entfestigen

    Schulze
    Vorsteher einer bäuerlichen Gemeinde mit Gerichtsbefugnis

    Separation
    Absonderung, Trennung, Scheidung, Flurbereinigung, Teilung von Gemeindegrundstücken

    sintemalen
    veraltet für: da, weil

    Sod
    Rasenstück, gebrochenes Stechtorfstück in Ziegelform

    Sölle
    kleiner runder See eiszeitlicher Herkunft

    Staaknetz
    Netz in Verbindung mit Staak-Rute in der Gegend des Stettiner Haffs benutzt. (nd. Stake, niederl. Staak - Stock - Stecken)

    Staake
    Sterke - Färse - weibliches Rind, das noch nicht gekalbt hat

    Statthalter
    Amtsperson, welche Staatsoberhaupt oder Staatsregierung in einem Landesteil vertritt.

    Strandgarn
    Zugnetz, das vom Lande ausgebracht und dann landwärts über den Grund schleppend eingeholt wird

    Stuten
    Gebäckstück aus Hefeteig

    subaltern
    untergeordnet, unselbständig

    Substitut
    Stellvertreter

    Synode
    Kirchenversammlung

    Tafelgut
    auch Taffelgut. die zum Unterhalt des landesherrlichen Hofes dienenden Güter

    Tageler
    Taglerkahn, kleineres Boot zum Fischen (<als Tucker)

    Tagelöhner
    Landarbeiter im Tageslohn

    Taufe
    christliches Sakrament (Handlung) der Initiation (Aufnahme), Reinigung, Wiedergeburt, Aufnahme in die Kirche

    Tritt
    vom Vieh benutzter Weg mit spärlicher Grasnarbe zwischen Weide und Stall, der Tränke oder dem Platz zum Melken

    Trinitatis
    Sonntag nach Pfingsten

    Tucker
    Tuckerkahn, einmastiges, klinkerartiges, stark, aber scharf auf Kiel gebautes Fischereifahrzeug, mit Fischkasten (Däke) und durchlöchertem Boden, stets paarweise fischend, indem sie die Zeese hinter sich her schleppen

    Tuckzeese
    zweikehliger, einfacher Sack ohne Flügel, der vorn durch ein paar Seitenhölzer auseinandergehalten wird

    Vasallen
    ein dem Herrn lehnsrechtlich untergeordneter und unter dessen Schutz stehender Gefolgsmann

    Vorwerk
    Hof, der zu einem Hauptgut gehört

    Wade
    Zugnetz, das von Booten oder vom Strande ausgebracht wird, um ein Gebiet, in dem Fische vermutet werden, zu umspannen und dann die Wade an das Boot oder an den Strand zu ziehen.

    Walkmiihle
    Walkung der Laken zur Gewinnung feiner Leinenstoffe

    Werder
    Flussinsel, Landstrich zwischen Fluss und stehendem Gewässer

    Wethen
    ausgestelltes Zeichen (Dähnert: Dt.-schwed. Handlexikon)

    Wiesenwachs
    oder Wieswachs: veraltet, landschaftlich für Grasertrag der Wiesen

    Wrögekeule
    Schulzenknüppel

    Zeese
    Garnsack, ähnlich wie das Grundschleppnetz, wird ebenfalls über den Grund geschleppt, Unterscheidung in Flügelzeesen, Tuckzeesen und Streuer

    Zeesenboot
    zweimastiges Fischerboot mit Nahsegeln

    Zehnt
    von ”Dezime”, mittelalterliche Steuer, auch Kirchensteuer, in Naturalabgaben (zehnter Teil. den Zehnten abgeben)

    Zimmer
    einzelner Raum (Viehzimmer)

    Zollkutter
    unweit der Zollgrenze kreuzender Kutter zur Überwachung derselben in Bezug auf das Einführen von zollpflichtigen Waren

     

    aus: Dr. Fr. Erdmanns Petri: Handbuch der Fremdwörter
    DUDEN: Universal Wörterbuch A-Z
    DUDEN: Lexikon A-Z

    DUDEN: Schülerduden Geschichte
    Dietrich: Frag mich nach Pommern
    Stenzel: Seemännisches Wörterbuch, Berlin 1904
    Brockhaus
    Handbuch der historischen Stätten

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