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    Wendenzeit
    Nachdem die Germanen im Zuge der Völkerwanderung um 600 n. Chr. die Insel verlassen hatten, rückten von Osten die slawischen Stämme der Wenden ein. Die Slawen wurden von den Mönchen mit dem lateinischen Wort „sclavi“ bezeichnet; aus dem durch einen Schreibfehler am Hofe Katharinas II. Slawen“ wurde.

    Auf der Insel wohnte der Stamm der Wilzen, später auch Liutizen („die Tapferen“) genannt. Die Wenden hatten eine dunklere Haut- und Haarfarbe, trugen die Haare kurz, kleideten sich mit mantelähnlichen Kitteln, bunten Strümpfen und spitzen Mützen und stammten wahrscheinlich aus dem südlichem Asien.

    Sie wurden gerühmt für ihre große Gastfreundschaft. zähe Ausdauer und ihre glühende Freiheitsliebe. Sie verfügten über guten Natursinn und gaben den Orten und Gegenden ihre sehr treffenden Namen:

     Pommern
     = po morze = am Meer = Land am Meer

     Usedom
     = uznam = Mündung

     Peene
    = Gischt, Schaum

    Die Wenden lebten anfangs in Familien und im Gegensatz zu den Germanen am liebsten inDörfern. Um einen freien Platz wurden Gehöfte errichtet und runde Dörfer wurden angelegt.

    Im Laufe der Zeit wählten sie ihre Anführer, die auch die Rechtsprechung ausübten. So entstand die Herrschaft eines wendischen Adels. An den Burgwällen bildeten sich wendische Orte, aus denen später die Städte hervorgingen.

    Hauptsächlich lebten die Wenden von Ackerbau, Jagd, Fischfang, Tauschhandel und der Bienenzucht. Der aus den Bienenwaben gewonnene Honig und das Wachs waren sehr begehrte Zahlungs- bzw. Tauschmittel.

    Die Wenden kauften und verkauften nach dem Gewicht des Silbers. Schmuck- und Silberstücke wurden zerhackt und als sogenanntes „Hacksilber“ als Silbergeld genutzt.

    Die Ostseewenden verehrten „Bialibog“, den weißen und guten Gott, und „Czarnibog“, den schwarzen und bösen Gott. Ihre oberste Gottheit war „Swantewitt - das heilige Licht“.

    Zur Zeit Karls des Großen (- 814) machten vor allem die Deutschen den Wenden den Grund und Boden streitig; der deutsche Kaiser Otto 1. kam wahrscheinlich sogar bis Vorpommern und versuchte, es mit in sein Reich einzugliedern.

    Auch aus Dänemark, Schweden, Norwegen und Island kamen bald streitbare Männer herbei, um im Wendenland ‚Ruhm und Ehre zu erbeuten“. Aus diesen Flüchtigen und Rastlosen aller Küstenländer entstanden zahlreiche Seeräuberscharen. Diese nordgermanischen Seefahrer und Eroberer wurden „Wikinger“ genannt. Der Seeraub galt damals als sehr ehrenwertes Gewerbe. Die Inseln Usedom und Wollin boten zahlreiche Schlupfwinkel: dichte Wälder und große Sümpfe um das Achterwasser und in den Swinemündungsarmen. Mehr als einmal versuchten die Wikinger und Dänen, den Slawen ihren Landbesitz und die Handels-vorrechte zu entreißen.

    Aus dieser Epoche stammt wahrscheinlich auch der „Peenemünder Goldschatz“, der am 16.04.1905 in der Wolgaster Stadtforst aufgefunden wurde. Der Fund datiert auf die Zeit um 970 n. Chr. und wurde wahrscheinlich in Südschweden gefertigt.

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