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Spielzeuge haben in den letzten Jahrhunderten einen wichtigen Platz im Leben der Menschen gefunden.
Sie entwickelten sich ursprünglich unter anderem aus Gegenständen mit kultischer Bedeutung. Speziell für Kinder gefertigte Alltagsgegenstände en miniature; Waffen, Werkzeuge und Tierdarstellungen wurden zu Spielzeug
(en). Dies dokumentiert eindrucksvoll das neue Museum "Spielzeug(en), Kinder- und Märchenwelten" in Peenemünde. Es entstand und entwickelt sich im gemeinsamen Engagement des aus Thüringen stammenden
Usedomer Unternehmers Erhard Diller und des Thüringer Künstlers und Spielzeugsammlers Herbert König. Die Gestalter betrachten Spielzeuge als Zeitzeugen und präsentieren vorwiegend aus dem königschen Fundus eine
breite und reichhaltige Palette von dem, was nicht nur Kinderherzen höher schlagen lässt. Gezeigt werden Spielsachen aus 300 Jahrhunderten. Der grösste Teil der ausgestellten Exponate stammt aus dem Sonneberger
Umland und wurde oft in Heim - und Kinderarbeit hergestellt. Bewusst wird auf hohen wissenschaftlichen Anspruch verzichtet. Ursprung, Chronologie, Produktionsentwicklung werden eher hintergründig vermerkt. Im
Mittelpunkt stehen die Komplexität kindlicher Erfahrungswelten und Spass an der Wiederentdeckung der eigenen Kindheit. Die Ausstellung ist nicht nüchtern, sachlich, belehrend. Objekte der Sammlung König sind
keine Wertanlagen in Originalverpackungen. Viele Teile sind "bespielt" und oft sichtbar "abgeliebt". Deutliche Patina haucht der Ausstellung ebenso Leben ein, wie die besondere Art der
Präsentation - Spielzeuge in Szene gesetzt. Und schliesslich wäre König kein Künstler, würden nicht eigene Objekte einfliessen, mal mit "aha-Effekt" und auch mal mit erhobenem Zeigefinger. Letzteres gilt
besonders dort, wo es um reale geschichtliche Bezüge und dominante Erziehungsziele geht.
Die Ausstellung zeigt, wie die verschiedenen Ideologien bereits in den Kinderzimmern geprägt wurden. Sie nimmt damit gleichzeitig Bezug auf die 60ig jährige militärische Geschichte von Peenemünde.

Breiten Raum hat die Vielfalt der Spielzeuge in 40 Jahre DDR. Auch hier
gab es, wie zu allen Zeiten, glücklich spielende Kinder. "Spielzeug(en), Kinder- und Märchenwelten" - ein teatrum mundi, ein Welttheater kindlicher und ideologisierter Spielideen, versteht sich als
kulturelle Ergänzung der bisher vorwiegend militärisch und technisch geprägten Museumslandschaft Peenemünde. Es ist ein Museum für alle Generationen.
Wir wünschen allen Besuchern viel Spass beim sich erinnern und träumen... Dank gilt jenen, die mit Leihgaben und Geschenken, die Ausstellung ständig bereichern.
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